BASKETBALL-AG: Hermann-Ehlers-Gymnasium vs. Private Kant-Oberschule

Es gibt Spiele, die man im Ergebnis nachliest. Und es gibt Spiele, die man noch Jahre später erzählt. Was sich an jenem Nachmittag in der Halle abspielte, gehört eindeutig zur zweiten Kategorie.

Die Basketball-AG des Hermann-Ehlers-Gymnasiums hat in den vergangenen Monaten eine Verwandlung erlebt, die weit über Trainingseinheiten und Taktikbesprechungen hinausgeht. Aus einer kleinen Gruppe von drei bis sechs motivierten Schülerinnen und Schülern ist ein echtes Team geworden – zwölf bis fünfzehn Menschen, die sich kennen, die sich vertrauen, und die vor allem eines verstanden haben: Basketball gewinnt man gemeinsam, oder gar nicht.

Der Blitz aus dem Nichts – 11:0

Der Startschuss war ein Statement. Von der ersten Sekunde an spielte das Team wie aus einem Guss: blitzschnelle Ballverlagerungen von einer Seite zur anderen, bis der Weg zum Korb offen war. Ein präziser Pass in die Tiefe, ein sauberer Abschluss – und schon stand es 2:0. Dann wieder: Pressing in der eigenen Hälfte, Ball erobert, sofort umgeschaltet, Korbleger. Das Muster wiederholte sich immer wieder. Elf Punkte. Kein einziger Gegentreffer. Die Halle staunte.

Basketball wäre nicht Basketball ohne seine Wendungen und genau das machte diesen Nachmittag unvergeßlich.

Doch dann kam, was Basketball ausmacht: der Gegner. Die Private Kant-Oberschule kämpfte sich Punkt für Punkt zurück. Mit Teamarbeit, Entschlossenheit und einem Willen, der Respekt verdient. Der Vorsprung schmolz. Die Führung wechselte. Die Halle hielt den Atem an.

Intensität, Dramatik – und echter Herzschlag

Was folgte, war Basketball in Reinform. Ein Angriff, bei dem vier Berührungen genügten, um die gegnerische Verteidigung zu öffnen – und der fünfte Kontakt war der Korb. Dann ein Defensivrebound, sofort umgeschaltet, zwei Stationen weiter und abgeschlossen, bevor die Gegner reagieren konnten. Dazwischen hartkämpfte Zweikämpfe unter dem Korb, bei denen keiner aufgab, bis der Ball gesichert war. Auf der anderen Seite: Die Private Kant-Oberschule antwortete mit ebenso konsequentem Pressing und schnellen Gegenzügen. Es war ein echtes Duell – keines der Teams ließ dem anderen auch nur einen Zentimeter Luft.

Endstand:
HERMANN-EHLERS-GYMNASIUM   78   PRIVATE KANT-OBERSCHULE 74

Die letzten fünf Minuten gehörten dem Team

Wenn es einen Moment gab, der dieses Spiel definiert hat, dann waren es die finalen fünf Minuten. Der Gegner lag vorne. Die Muskeln brannten. Und doch: Kein Kopf senkte sich. Stattdessen eine kurze Sammlung, ein Blick in die Runde – und das Team trat mit einer Klarheit auf das Feld, die man nicht trainieren kann. Man muss sie gemeinsam erlebt haben. Ein erzwungener Ballverlust des Gegners, ein blitzschneller Gegenzug, abgeschlossen ohne Zögern – Gleichstand. Dann Druck, Verteidigung, Geduld. Ein weiterer sauber herausgespielter Angriff, konsequent zu Ende geführt – Führung zurück. Der letzte Angriff des Gegners verpuffte an einer geschlossenen Abwehr, die keinen Spalt mehr ließ. 78:74. Endstand. Sieg verdient.

Einzelaktionen mögen glänzen. Doch es ist das Zusammenspiel, das Spiele gewinnt und gleichzeitig den größten Spaß bringt.

Als Trainer bleibt an einem solchen Abend nur ein Gefühl: Stolz. Und dieser Abend trägt für mich eine ganz besondere Bedeutung – es war mein allererstes Spiel als Basketballtrainer überhaupt. Dass genau dieses erste Spiel so verlief, dass es so viel Teamgeist, so viel Herz und am Ende diesen verdienten Sieg brachte, erfüllt mich mit unbeschreiblichem Stolz. Stolz auf jeden einzelnen Spieler, auf den Weg, den wir gemeinsam gegangen sind – und auf das, was dieses Team schon jetzt ist. Genau deshalb möchte ich so ausführlich über diesen Tag berichten: weil er weit mehr bedeutet als ein Sieg auf dem Papier. Und die Vorfreude auf das Rückspiel? Die ist größer denn je.

Ein herzliches Dankeschön gilt …

Herrn Aidoo, dem Schiedsrichter des Abends – seine faire und ruhige Spielleitung war das unsichtbare Fundament eines fließenden Spiels.

Allen weiteren Schiedsrichter/innen, Zeitnehmern und Punktrichtern, die trotz persönlicher Herausforderungen mit vollem Einsatz dabei waren.

Herrn Spotka, dem Sozialarbeiter der Privaten Kant-Oberschule, der dieses Spiel ermöglicht und die Schüler begleitet hat.

Dem Publikum – das die Halle mit seiner Energie zum Leben erweckt und diesen Nachmittag unvergesslich gemacht hat.

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