Die Klasse 9a des HEG gewinnt den 2. Platz des Berliner Schülerwettbewerbs zur historisch-politischen Bildung 2026 im Teilbereich „Wir machen Demokratie!“
Für den Wettbewerb wählte die Klasse das Thema Feminismus und seine Beziehung zu unserer Demokratie. Das Projekt bestand aus mehreren Teilen.
Zunächst wurde eine Umfrage an der Schule durchgeführt, mit Fragen zum Thema Feminismus, um den Wissensstand der Schülerinnen und Schüler besser einschätzen zu können. Dabei fiel uns auf, dass die Mädchen einen höheren Wissensstand als die Jungen hatten und viele Jungen der Meinung waren, dass es Feminismus heutzutage nicht mehr benötige, da die Gleichstellung der Geschlechter bereits erreicht sei. Um diese Wissenslücke zu schließen, entwickelten wir ein Quiz mit wichtigen und überraschenden Fakten zum Thema Feminismus und Demokratie, das später von fast allen Klassen der Schule bearbeitet wurde.



Der zweite Teil des Projekts bestand aus einer Ausstellung mit dem Titel „Stell dir vor du wärst eine Frau im Jahr 2026 …“, die während der Unterrichtszeit von den Klassen und Oberstufenkursen besucht wurde. Die Ausstellung bestand aus persönlichen Geschichten von Mädchen unserer Schule, die den teilweise erschreckenden Alltag von Frauen in unserer heutigen Gesellschaft darstellten und den Besucherinnen und Besuchern eine bessere Vorstellung davon geben sollten, wie ein Tag im Leben einer Frau aussehen kann. Wichtig zu beachten ist, dass alle Geschichten auf echten Ereignissen basieren, die unseren Mitschülerinnen passiert sind. Die Geschichten wurden von der Klasse anonym gesammelt und ausgestellt.

Im Ausstellungsraum herrschte eine beunruhigende Atmosphäre, die durch dunkle Beleuchtung, Schwarzlicht und eine Soundscape (Herzschlag) geschaffen wurde. An den Wänden des Raumes waren antifeministische und sexistische Sprüche zu sehen, denen wir im Alltag oft begegnen.
Nach den Besuchen erhielten wir sehr viele Eindrücke und Rückmeldungen von den Schülerinnen und Schülern. Alle Schüler und Schülerinnen waren sehr betroffen und einige Schülerinnen öffneten sich und erzählten von eigenen Erfahrungen. Durch dieses Projekt haben wir einen Raum für Austausch und Diskussion zu diesem wichtigen Thema geschaffen, das in der Schule und auch in unserer Demokratie oft nicht genug Aufmerksamkeit bekommt. Auch die Fachjuroren des Wettbewerbs, bestehend aus Professorinnen und Professoren verschiedener Berliner Universitäten, sahen hierhin die Stärke des Projekts.

In einer feierlichen Preisverleihung im Europäischen Haus wurde der Klasse nicht nur eine Urkunde, sondern auch der Gewinnbetrag von 500 Euro überreicht.
Auf den Wunsch vieler Schülerinnen hin wird es ab dem kommenden Schuljahr als Fortsetzung des Projektes eine von Frau Bösch und Frau van der Linden geleitete AG zum Thema Feminismus und Alltagssexismus geben. Diese AG soll einerseits ein Ort des Austauschs für Mädchen sein. Anderseits sollen aus dieser AG heraus weitere Aktionen, wie z.B. Workshops, Projekttage oder Podiumsdiskussionen, geplant und umgesetzt werden.
Text: Amaru Jarrin Stauber (9a), S. Bösch (Klassenleitung 9a)




