Kulturtag am Herman-Ehlers-Gymnasium: Wenn eine Schule zeigt, was in ihr steckt
Von 11:30 bis 15:30 Uhr hat unsere Schule an diesem Tag eine andere Sprache gesprochen – eine, die alle verstehen. Als Schulsozialarbeiter erlebe ich täglich, wie viel Potential in dieser Gemeinschaft steckt. Aber was Amanda und Zahra an diesem Nachmittag auf die Beine gestellt haben, hat auch mich überrascht.


Zwei Schülerinnen, eine Idee – und eine Schulleitung, die Ja sagt
Solche Projekte scheitern oft, bevor sie beginnen. Nicht hier. Als Amanda und Zahra mit ihrer Vision für einen schulweiten Kulturtag auf die Schulleitung zukamen, fanden sie offene Türen. Ohne dieses Vertrauen, ohne die klare Unterstützung des Schulleitungsteams wäre aus der Idee nichts geworden. Dass sie das Vorhaben nicht nur genehmigt, sondern aktiv mitgetragen haben, hat den Unterschied gemacht – und ich sage das als jemand, der nah dran war.
Was danach folgte, war echte Gemeinschaftsarbeit: Lehrerinnen und Lehrer, die ihre Klassen in den Wochen davor sensibel vorbereitet haben, Eltern, die gekocht und gebacken haben wie für eine Hochzeit, und Schülerinnen und Schüler, die mit einer Selbstverständlichkeit ihre Kulturen geteilt haben, die einen still werden lässt.






11:30 Uhr – und die Schule verwandelt sich
Was zwischen halb zwölf und halb vier passiert ist, lässt sich schwer in einer Aufzählung einfangen. Es war laut und leise zugleich, bunt und konzentriert, spontan und präzise vorbereitet. Kulinarisch haben Eltern und Schülerinnen und Schüler Gerichte mitgebracht, die man in dieser Vielfalt selten auf einem Tisch findet – Gerichte mit Geschichte, mit Heimweh und Stolz zugleich.






Besonders in Erinnerung geblieben ist mir der Trommelkurs, geleitet von Ayo – einer der Momente, in denen man spürt, wie Rhythmus Sprache ersetzt. Klassen, die sich sonst wenig begegnen, saßen plötzlich im selben Takt. Dazu kamen Tanz, Kunst, eine Live-Band, Wortspiele quer durch die Kulturen – und in der Sporthalle der aufblasbare Menschen-Kicker – freundlicherweise vom Stadtteilzentrum Steglitz eigens für diesen Tag bereitgestellt – der so manchen bis an seine konditionellen Grenzen gebracht hat. Auch hier wurde nicht um Punkte, sondern um echte Begegnung gespielt.

Der Eintritt war frei. Die wenigen Angebote, für die ein kleiner Preis verlangt wurde, waren bewusst so kalkuliert, dass sie gerade die Materialkosten decken – nicht mehr. Was darüber hinaus eingenommen wurde, geht direkt an den Förderverein. Das sagt alles über den Geist des Tages.






Was dieser Tag über unsere Schule aussagt
Ich arbeite seit Jahren an dieser Schule. Ich kenne die Reibung, die Vielfalt manchmal erzeugt – und ich kenne ihr Potenzial. Dieser Kulturtag hat das Potenzial sichtbar gemacht. Schülerinnen und Schüler aus unterschiedlichen Klassen und Kulturen haben nicht nebeneinander gefeiert, sondern miteinander. Das ist kein Selbstläufer. Das ist das Ergebnis von guter Schularbeit.
Schade war, dass viele Eltern wegen der Uhrzeit mitten in der Arbeitswoche nicht dabei sein konnten. Sie haben durch ihre Beiträge trotzdem mitgefeiert. Für eine Wiederholung – und ich bin überzeugt, dass es eine geben wird – wäre ein zugänglicherer Termin eine Überlegung wert.












Und dann – ALBA Berlin
Der Nachmittag endete für einen Teil von uns nicht mit dem Abbau der Tische. Gemeinsam mit der Basketball-AG ging es am Abend zum Playoff-Spiel von ALBA Berlin. Wer den Kulturtag erlebt hatte und danach noch in der Arena saß, weiß: Das war kein gewöhnlicher Schultag. ALBA gewann – unterstützt auch von uns – und wir kehrten mit neuen Eindrücken, taktischem Austausch und Fotos mit den Profis zurück. Was für ein Tag.



Danke
An Amanda und Zahra: Ihr habt gezeigt, was Schülerinnen bewegen können, wenn man ihnen den Raum lässt. An das Schulleitungsteam: Ohne euer Ja und eure Unterstützung wäre das nichts geworden. An das Kollegium, das im Hintergrund vorbereitet und begleitet hat. An Ayo für den Trommelkurs. Ein besonderer Dank gilt außerdem der Schülervertretung und der Schülersprecherin: Ihr wart von Anfang an dabei, habt mitgedacht, mitorganisiert und mitgezogen – und habt gezeigt, was Schülervertretung wirklich bedeuten kann. An alle Eltern und Schülerinnen und Schüler, die mitgemacht haben.
Wer den Förderverein unterstützen möchte – Informationen gibt es direkt über die Schule. Jeder Beitrag hilft, solche Momente möglich zu machen.
Dieser Tag war kein Abschluss. Er war ein Anfang.
Bis zum nächsten Kulturtag – oder spätestens beim Sommerfest.
N.-A. Mensah, Schulsozialarbeiter am Herman-Ehlers-Gymnasium





